Eiswelt

Aus Rhûnipedia
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Die Eiswelt gehört nicht direkt zu den Gebieten Rhûns, da sie in einer anderen Dimension liegt. Es ist das Reich der verbannten Göttin Edana und damit die Welt der Toten. Es scheint allerdings eine direkte Verbindung zwischen ihr und Rhûn zu geben, weshalb sich Wissenschaftler noch heute darüber streiten, ob es nicht einfach ein Land auf der Unterseite Terruas ist, direkt unter der Welt der Lebenden. Versuche, sich durch Terrua hindurch in die Eiswelt zu graben, blieben allerdings erfolglos und lassen an der Theorie zweifeln.

Geografie

Lage

Die Eiswelt liegt in und um der Caldera eines längst erloschenen Vulkans. Die Eiscaldera selbst beherbergt eine rund 250 km² große Wüste, in deren Mitte sich, neben einem gefrorenen See, der Palast Edanas erhebt. Jener Palast wären schon aus weiter Entfernung zu erkennen, würden die Winde nicht ständig losen Schnee durch die Landschaften fegen und so die Sicht stark eingrenzen. Neben dem beeindruckenden Bau stehen noch die Überreste eines kleinen Dorfes. Die glatten Konturen lassen darauf schließen, dass die Behausungen einst geschmolzen sind, sodass heute nur noch eisige Ruinen daran erinnern, dass es einmal existierte. Ein neues Dorf wurde allerdings an den hohen Felswänden der Eiscaldera errichtet, wo es ein wenig vor den eisigen Winden der Wüste geschützt liegt.

Um die Caldera herum ragen viele Berge in die Höhe deren Spitzen etwa bei 3.000 bis 6.000 Metern liegen. Dazwischen liegen einzelne Vulkankrater, die längst erloschen sind und unter dem ewigen Eis begraben liegen. Zwischen diesen Bergen wandert ein Gletscher über die Jahrhunderte immer weiter in Richtung der Eiscaldera. Über einem Teil des wandernden Eises schwebt eine große Wolke aus unzähligen, ständig umher wirbelnden Eiskristallen. Um diesen Ort ranken sich viele Sagen und Legenden, aber vor allem Gruselmärchen, weshalb er von den wenigen Besuchern der Eiswelt meist gemieden wird.

Dorf

In einiger Entfernung zu Edanas Eispalast, am Fuße der Kraterwand, haben sich nach der großen Schmelze, einige wenige Nomlies und Echo in einem kleinen Dorfverband zusammengeschlossen. Dort schmiegen sich kleine Häuser aus Stein und Eis an die Felswand und teilweise gar bis in diese hinein. In tieferen Tunneln wird sogar Moos angebaut, welches hauptsächlich zur Ernährung der Dorfbewohner dient.

Zwischen den lebenden Bewohnern des Dorfes huschen etliche schwach leuchtende Orbs über den Dorfplatz und durch die engen Gassen zwischen den Behausungen. Dies sind die Seelen der Toten, die sich überall in der Eiscaldera finden, bevor sie im Palast gereinigt und zurück ins Leben geschickt werden.

Öffentlich zugängliche Gebäude gibt es hier nur zwei. Zum einen die Schenke, welche abends als Treffpunkt für die Dörfler dient und die Möglichkeit bietet, sich etwas aufzuwärmen. Hier gibt es auch ein paar Zimmer für Reisende, falls sie eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen. Zum anderen der Schrein, den Nomlies zu Edanas Ehren erbauten, die ihrer Schöpferin noch immer treu ergeben sind. Der Aufbau des Schreins soll entfernt an den Eispalast der Göttin erinnern und wurde daher inklusive der Einrichtung komplett aus Eis gehauen.

Verborgene Stadt

Weit von der Eiscaldera Edanas entfernt, verbirgt sich die Stadt Tandraja am Grund eines schlafenden Vulkans. Die hohen Wände des Vulkans bieten dabei nicht nur Schutz vor eisigen Winden, sondern auch - und vor allem - vor der Entdeckung durch Edana und ihren Gefährten. Die Ebene, auf der die Stadt erbaut wurde, hat allerdings nur etwa ein Zehntel der Größe, die Edanas Eiscaldera umfasst. Der Name Tandraja leitet sich aus dem ursprünglichen Namen der Echo, Tandraj, ab und lässt darauf schließen, dass die Gründer der Stadt ebenfalls Echo waren. Er ist allerdings auch ausschließlich unter den Bewohnern bekannt und wird außerhalb der Stadt nicht genannt, damit Edanas Aufmerksamkeit nicht auf die kleine Stadt gerichtet wird, was verheerende Folgen haben würde. Die Stadt ist der einzige Ort der Eiswelt, an dem das Leben einigermaßen floriert. Neben etlichen Echo, haben sich hier auch andere Lebende niedergelassen, wie Echsen aber auch einige entflohene Nomlies.

Möglich ist das Leben hier durch eine heiße Quelle, die sich trotz aller Widrigkeiten tief im Innern des Vulkans erhalten hat. Diese Quelle versorgt die Häuser aus Stein und Holz mit einer gewissen Grundwärme. Einige wenige Häuser wurden allerdings auch aus Eis erbaut. Die Lichter der vielen Straßenlaternen spiegeln sich in diesen Bauten und den Glasfenstern der anderen Häuser wider.

Eines der wohl imposantesten Bauten der Stadt ist wohl die riesige Bibliothek der Stadt, die wertvolles Wissen auch über die Welt der Lebenden beherbergt. In den Schatten gestellt wird dieses Gebäude wohl nur vom Tempel zu ehren Edanas, in dessen eisigen Innern meistens vor allem für die Vergesslichkeit der Eisigen gebetet wird, auf dass sie Stadt niemals entdecken möge. Darüber hinaus wird allerdings auch für sichere Passage der hier Verstorbenen gebeten, auch wenn ihr Weg zu Edanas Palast vergleichsweise nicht sehr weit ist.

Eine Stadtwache, oder ähnliche Einrichtungen gibt es in dieser Stadt allerdings nicht, ebenso wenig wie eine Armee. Tatsächlich sind die Echo ausgezeichnete Kämpfer und sorgen selbst für ihre Sicherheit und auch die Nomlies, deren einziger Erschaffungsgrund der Kampf war, wissen sich durchaus zu verteidigen.

Klima

Das Klima in der Eiswelt ist generell nicht zum Überleben geeignet, denn Schnee- und Eisstürme ziehen durch die Landschaften, während man nur selten weiter als 50 Meter sehen kann. Die einzige Ausnahme bildet die Caldera in deren Inneren die Stadt Tandraja erbaut wurde. Hier wird eine heiße Quelle genutzt und sorgt in den Behausungen für wohnliche Temperaturen. Überall sonst herrschen für gewöhnlich Temperaturen von -30°C und im Winter sogar bis zu -50°C.

Wie genau es hier zu Jahreszeiten kommen kann, weiß niemand genau. In der Welt wird es durchaus regelmäßig hell und wieder dunkel, sodass man erkennen kann wann ein Tag beginnt und wieder zur Neige geht, doch die Existenz einer Sonne in dieser Dimension ist nie bewiesen worden. Die dichten Wolken, Nebel und Hochnebel, von denen mindestens eines zu jeder Zeit die Sicht in den Himmel verdeckt, verhinderten bisher, dass irgendjemand ausmachen konnte, ob es nun eine Sonne oder etwas völlig anderes ist, dass die Tages- und Nachtzeiten bestimmt.

Flora und Fauna

In einer Welt der Toten, bedeckt von Unmengen von Eis und Schnee und heimgesucht von bitterkalten Stürmen, könnte man zu dem Schluss kommen, dass Leben an sich völlig unmöglich ist. Die Welt wirkt ausgestorben, denn das Leben hält sich vor Edana versteckt, die selbiges in ihrer Welt nicht dulden oder auch nur ertragen mag. Das einzige Lebendige, was sie zulässt, sind ihre geliebten Eisblumen, die in einem weiten Feld in ihrem persönlichen Garten wachsen, und das Eismoos, welches ihren Geschöpfen, den Nomlies, als Nahrung dient.

Was sie wohl nicht weiß, ist, dass auch die Echo Tandrajas große Höhlen in den Fels ihres Vulkans geschlagen haben, wo sie das Eismoos auf großen Plantagen anbauen. Neben einer weiten Bandbreite von Schnee- und Eiskrill stellt dies das Hauptnahrungsangebot der Stadt dar. Verborgen vor Edanas Augen und durch die Wärme der heißen Quelle am Leben erhalten, haben sich aber auch einige Schwämme entwickelt, und wilde Tiere, wie Schneehasen und-Wölfe oder Eisbären, leben in der kleinen Ebene sowie den umliegenden Bergen. Das Ende der Nahrungskette bilden die kleinen Eiswürmer, die sich durch Eisschollen fressen, und wenn sie einmal gefangen wurden, eine wahre Delikatesse sind.

Geschichte

Als die Götter vor vielen hunderttausend Jahren Rhûn beim Streichholzziehen aufteilten, wurde Edana des Betrugs überführt, als sie versuchte, ihrem Bruder Vivi, für den sie mehr als geschwisterliche Liebe empfand, zu bevorteilen. Als Folge ihres unfairen Verhaltens wurde ihr von ihren Geschwistern ein Platz in Rhûn verwehrt. Stattdessen sollte sie fortan für die Toten zuständig sein, und so schuf sie in ihrer Dimension unter Rhûn ein paradiesisches Jenseits. Damals war es nicht die Eiswelt, sondern ein warmer, einladender Ort mit grünen Wiesen, einer umfangreichen Vegetation und sogar einigen Tieren, die offen in Edanas Vulkancaldera lebten und die Seelen der Verstorbenen auf dem Weg zum Palast neugierig beobachteten.

Doch geschah es, dass sie sich eines Tages in das blasse Monstrum, welches auf den Namen Gwydion hörte und seiner Zeit von Llauron geschaffen wurde, verliebte. Sie allein erkannte sein wahres Wesen und die Schönheit, die ihm innewohnte, während die Rhûnier ihn aufgrund seiner grotesken Erscheinung fürchteten und jagten. Als die Jagd schließlich erfolgreich war und Gwydion erlegt wurde, hatte Edana nichts tun können, um ihren Liebsten zu retten. Seine Seele blieb verschollen, ganz gleich wie verzweifelt Edana und ihre Zorya nach ihm suchten. Die Trauer der Göttin war unermesslich, und in ihrem Schmerz blieb Edanas Herz stehen und gefror zu Eis. Mit ihm fror auch das Paradies und alles, was in ihm lebte.

Doch die Eisige konnte nie vergessen und nie vergeben, welch Unrecht ihr und ihrem Liebsten angetan wurde. Ihr Hass auf Vivi und seine Urduja, die für Gwydions Tod verantwortlich waren, stieg ins Unermessliche, sodass sie schließlich einen Krieg zwischen ihrer Schwester Alea und ihrem Bruder Vivi anzettelte. Jener Krieg hätte beinahe die Vernichtung ganz Rhûns und all seiner Bewohner zur Folge gehabt und endete nach Llaurons rettendem Eingriff schließlich mit der endgültigen Verbannung Edanas in das Reich der Toten. In der Zeit nach der Verbannung begannen allerdings auch nach und nach, ihre Gehirnwindungen einzufrieren, was sich hauptsächlich durch ein schlechter werdendes Gedächtnis bemerkbar machte. Dies kam vor allem den Echo zugute, die seit der Vereisung unter ständiger Verfolgung litten und nun nach und nach in Vergessenheit gerieten.

Über Jahrtausende ging es in den eisigen Weiten einen gewohnten Gang. In Rhûn wurde gestorben und die Zorya brachten die Seelen in den Tempel, wo sie gereinigt und schließlich von Edana in ein neues Leben gesendet wurden. Doch während all dieser Jahre schmiedete die Totengöttin weitere Pläne, wie sie letztendlich doch noch ihre Rache bekommen sollte. Unterbrochen wurde dieser endlose Kreis erst, als Gwydion tatsächlich in der Eiswelt erschien. Nicht etwa als Seele, sondern als Vampir. Der folgende Herzschlag Edanas sollte die Eiswelt bis ins Mark erschüttern, wie auch die beiden folgenden, die allerdings zeitlich weit auseinander lagen. Viel schien sich danach nicht an der Erscheinung der Totenwelt zu ändern, doch manch eine Gletscherspalte mag seither den drei Erdbeben zuzurechnen sein, die Edanas Herz verursachte.

Auch der Rachedurst der Göttin versiegte nicht durch Gwydions Wiederkehr, und so geschah es, dass sie im Dustermond 00 n.d.l.M. um die Zeit des Lichterfestes alle Lebenden in ihr kaltes Reich zog, um sie zu ihren Untertanen zu machen. Die Geburt des Prinzen Fedon am 26.12.00 in ihrer Welt konnte sie allerdings nicht verkraften und entließ alle wieder in ihre Heimat.

Nach diesem Versuch, der wohl von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen war, arbeitete das frisch vermählte Paar an einem neuen Plan. Sie züchteten sich eine ganz neue Rasse, welche das Ergebnis vieler Experimente war. Diese Rasse zeichnete sich durch die verschiedenen Andersartigkeiten der einzelnen Exemplare aus, von welchen jedes einen anderen Zweck zu erfüllen hatte. Sie alle waren ein Teil einer Armee, ausgebildet, um Rhûn zu erobern, doch es gab Nomlies, die geschaffen wurden, um fliegen zu können, andere, die unter Wasser leben können sollten, wieder andere, die besonders gut in der Wüste auskamen usw. Als ihr Training abgeschlossen war, kam die Zeit da diese Kreaturen Rhûn in einem Überraschungsangriff einnehmen sollten. Allerdings gelang es zuvor zwei Exemplaren, vor Edana zu fliehen und die Lebenden zu warnen, die die Streitmacht also vorbereitet auf der Friedensebene empfing. Die Schlacht der Nomlies wurde zu Gunsten der Lebenden entschieden, und erneut musste Edana sich geschlagen in ihre Eiswelt zurückziehen.

Als Rhûn im Jahre 05 n.d.l.M. von einem fremden Gott heimgesucht wurde, schien Edana erneut Rache zu üben, indem sie sich zunächst schlicht dazu entschied, nichts zu tun. Während in ganz Rhûn große und kleine Katastrophen ausgelöst wurden, weil die Götter ihrer Kraft beraubt waren, machten sich Edanas entschwundene Kräfte vor allem durch eine große Schmelze bemerkbar, welche von vielen Eisweltbewohnern allerdings als eher angenehm empfunden wurde, wo man sich doch endlich einmal aufwärmen konnte. Edana selbst schien sich nicht einmal daran zu stören, die Seelen der Verstorbenen nicht mehr zu sich holen zu können. Auch als ein Ritual entdeckt wurde, welches den Göttern ihre Macht zurück geben sollte, weigerte sich Edana weiterhin zu kooperieren. Dies führte schließlich dazu, dass der Grundstein ihres großteils geschmolzenen Palastes von Tashvar und Muriel gestohlen wurde, weil er für jenes Ritual benötigt wurde. Dieser Diebstahl hatte den endgültigen Kollaps des Palastes zur Folge. Die Zerstörung ihrer Eisstatuensammlung durch Tashvar und – bedingt durch die Schmelze – jenen fremden Gott weckte allerdings wieder Edanas Zorn, und sie half schließlich doch, den Gott zu töten. Mit ihm als erste Figur eröffnete sie daraufhin eine neue Eisstatuensammlung.

Mittlerweile ist die Totenwelt wieder gänzlich zugefroren, und der geschmolzene Palast wurde wieder hergestellt. Darüber hinaus bleibt die Geschichte der versteckten Stadt Tandraja unbekannt, da sich noch immer niemand bereit dazu findet, über die Stadt zu sprechen, um nicht doch noch Edanas Augenmerk auf sie zu lenken.

Bevölkerung

Nur wenige Wesen leben in der Nähe der Edana. In der Eisebene finden sich überall die Seelen der Verstorbenen. In dem Dorf, das vom Rande des Eispalastes an den Rand der Eisebene umgesiedelt ist, leben nicht sehr viele Wesen. Exakt 237 Nomlies leben am Rande der Berge und 91 Echo. Ungesehen von allen existieren die Zorya, die Hüterinnen der Seelen, jene Todbringer, die die Seelen ins Jenseits geleiten. Verborgen in den Bergen und der geheimen Stadt leben noch weitere Arten, sodass sich die gesamte Bevölkerungszahl der Eiswelt auf 9.431 Individuen beläuft.

Rasse Bevölkerungsanteil
Echo 19,8 %
Echsen 26,8 %
Nomlies 48,7 %
Zorya 4,7 %

Religion

Das Elysium ist wohl der einzige Ort, der Rhûn zugesprochen wird, in dem es keinen echten Götterkult gibt. Allerdings ist Edana dennoch diejenige, mit der die Eisweltler gezwungenermaßen am meisten zu tun haben. Hauptsächlich wollen sie aber von ihr in Ruhe gelassen werden, sodass Edana die meisten Gebete aus der Welt der Lebenden erhält.

Edana hat als Herrin der Toten und durch ihre ständigen Versuche, Rache an ihren Mitgöttern zu üben, einen sehr durchwachsenen Ruf bei den Lebenden. Nicht zuletzt, weil eine Begegnung mit ihr in der Regel unausweichlich den Tod bedeutet, wird sie gefürchtet, aber auch verehrt, auf dass sie den Verstorbenen gnädig sein und ihnen den Weg in ein neues Leben weisen möge. Ihr Auftauchen als Blaue Fee, jedes Jahr um die Wintersonnenwende herum, sorgt allerdings mehr für Verehrung.

Grundsätze

Da es keinen direkten Edanakult in der Eiswelt gibt, ist es auch unmöglich, die Grundsätze eines solchen festzulegen.

Fakt ist, dass die Eispriester eher ‘’über’’ sie beten, statt ‘’zu’’ ihr. Nach Jahren der Verfolgung hofft man nun auf ihr Vergessen, was bisher wohl auch von Erfolg geprägt ist. Nur im Todesfall eines Gemeindemitglieds richten die tandrajanischen Priester ihre Gebete direkt an die Eisheilige, auf dass sie der verstorbenen Seele sichere Passage gewähre, während sie den Weg zum Eispalast sucht.

Mit dem Erscheinen der Nomlies nahm der Glaube an Edana aber noch einmal einige Facetten auf. Die meisten von ihnen verehren sie als ihre Schöpferin und danken es ihr in regelmäßigen Gebeten, zu denen nicht selten auch Opfergaben dazugehören. Sie sind ihr noch immer treu ergeben und erwarten den Tag, an dem sie ihr erneut dienen können. Andere wiederum verfluchen sie als Sklaventreiberin und hegen eher Hass statt Dankbarkeit für sie. Allerdings versuchen sie, ihr Leben nicht länger von ihr beherrschen zu lassen und ‘strafen’ sie mit Missachtung.

Feiertage

Der Feiertag Edanas ist der 2. Eismond, der Tag der Toten. Dieser wird allerdings hauptsächlich in Rhûn und weniger in der Eiswelt gefeiert. Er dient dem Gedenken all jener, die verstorben sind, und wird mit kleinen Gedenkfeiern innerhalb der Familien begangen. Man erinnert sich mit viel Speis’ und Trank an das Leben der Toten und feiert ihr Andenken. Im Dom zu Seiya, welcher allen Göttern Rhûns gleichermaßen gewidmet ist, werden Kerzen angezündet, die den Verstorbenen als Wegweiser dienen sollen, auf dass sie ihren Weg durch Edanas Eiswüste finden und zurück in ein neues Leben gelangen mögen.

In der Eiswelt feiert man eher die Wintersonnenwende am 21. Dustermond. Ab diesem Tag werden die Tage wieder länger und wärmer. Es symbolisiert den Anfang der Zeit, in der das Leben wieder größere Chancen hat, in Edanas Elysium zu bestehen. Man feiert vor allem die Wiedergeburt, die Hoffnung, die daraus entsteht, und das Licht selbst. Auch bei den Lebenden findet zu dieser Zeit das Lichterfest statt, welches eine ähnliche Bedeutung hat, allerdings allen Göttern Rhûns gewidmet ist. Dennoch scheint es am stärksten mit Edana verbunden zu sein, da diese am Höhepunkt des Festes als Blaue Fee erscheint und einigen Glücklichen die Erfüllung ihres Herzenswunsches gewährt.

Rangordnung

Im Tempel zu Tandraja herrschen sehr flache Hierarchien. Die Priester dort verstehen sich als Hüter ihrer Gemeinde, deren Aufgabe es ist, Edanas geistiges Auge von ihnen abzulenken. Es wird als ein sehr verantwortungsvoller Posten angesehen, daher nehmen die Eispriester nur wenige Novizen auf und unterrichten sie sehr gründlich in ihren Pflichten und Gebetsriten.

Ob die Zorya nun Priesterinnen sind oder nicht, wird unter den Lebenden noch immer viel umstritten. Feststeht, dass sie Todbringer und daher in Edanas Ansehen sehr hoch gestellt sind. Dabei gilt jedoch, je mehr Seelen eine Zorya ihrer Herrin gebracht hat, desto höher auch ihr Ansehen – nicht nur bei der Eisheiligen, sondern auch unter den anderen Zorya. So müssen sich die jungen Todbringerinnen erst einmal ihren Platz im Palast verdienen.

Herrschaftssystem

Regiert wird das Land von niemandem speziell. Nicht einmal Edana macht sich die Mühe zu herrschen, geht sie wohl ohnehin davon aus, dass es niemanden gibt, der beherrscht werden könnte. Auch in Tandraja gibt es keinen direkten Herrscher, weder gewählt noch selbsternannt.

Allgemeinheiten werden im Sinne einer attischen Demokratie geregelt: Es gibt eine Volksversammlung, die regelmäßig zusammentritt und in der jeder volljährige Bürger der Stadt eine Stimme hat. Der Volksversammlung vorsitzend ist der Rat, bestehend aus 5 Individuen, die zuvor eine Reihenfolge der offiziellen Versammlungsthemen bestimmt haben und schließlich nur noch als Moderatoren dienen.

Zunächst wird bei der Versammlung über grundlegende Dinge abgestimmt, die die Wirtschaft betreffen. Im Anschluss erfolgen Urteile über besonders schwere juristische Fälle, derer es allerdings nur wenige gibt, da in Tandraja hauptsächlich Ordnung über Selbstjustiz entsteht. Der Großteil der Versammlung besteht schließlich aus einer offenen Runde. Hier kann jeder ein Anliegen anbringen, der dies für richtig oder notwendig hält, über welches anschließend demokratisch abgestimmt wird. Zum Abschluss wird dann der Rat für die nächste Versammlung gewählt.

In der Zeit zwischen den Volksversammlungen können diese Sprecher auch bei persönlichen Streitigkeiten als Schlichter herangezogen werden. Allerdings haben sie dabei keine rechtliche Gewalt, sondern dienen eher als Ratgeber und wie auch bei der Versammlung als Moderatoren.

Wirtschaft

Aus der Welt der Toten gibt es nur wenige Fluchtwege. Manche behaupten, der Gjöll würde beide Welten verbinden, doch ein Übergang über ihn von einer Welt in die nächste war bisher noch niemandem möglich. Echo können über die Spiegelwelt zwischen beiden Welten wechseln, und auch Nomlies wurden zur Erfüllung ihres Zwecks von Edana mit der Macht ausgestattet, von einer Welt in die andere über zu treten. Allerdings ist es beiden Rassen nicht möglich, irgendetwas in die andere Welt mitzunehmen, außer dem, was sie direkt am Körper tragen. Daher ist ein Export, geschweige denn ein Import, von und in die Eiswelt ausgeschlossen.

Handel gibt es nur innerhalb der Eiswelt zwischen den Bewohnern Tandrajas und denen des Dorfes an der Kraterwand von Edanas Eiscaldera und auch dieser ist nur sehr begrenzt. Beide Orte können sich autonom ernähren, daher besteht der Handel hier hauptsächlich aus Gebrauchsgütern. Herausragend sind hier die Spiegel aus der Stadt, welche in Rhûn kein Äquivalent finden. Dies liegt wohl daran, dass niemand dort Spiegel auf eine Weise verstehen könnte, wie es die Echo tun.

Siehe auch